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Ein Ulcus cruris (offenes Beingeschwür) ist eine nicht heilende Wunde am Bein, deren häufigste Ursache ein chronisches Venenleiden ist. Seltene,
aber wesentliche Ursache oder Mitursache sind Verschlüsse der Arterien. Vor allem bei älteren Menschen kommen häufig Mischbilder arterieller und venöser Durchblutungsstörungen vor. Die ursächliche Abklärung (arteriell/venös) erfolgt durch Funktionsuntersuchungen: Ultraschalluntersuchung der Venen und der Arterien, Messung des Arteriendruckes an den Beinen. Je nach Ergebnis können weitergehende Untersuchungen(Stoffwechseluntersuchungen zum Ausschluss eines Diabetes mellitus, Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel, Entnahme von Hautproben) erforderlich werden.

Die Therapie des Ulcus cruris erfolgt zum Einen mit einer stadiengerechten Wundversorgung entsprechend dem Zustand der vorliegenden Wunde,
zudem bei venösen, stauungsbedingten Ulcerationen, durch eine Entstauung mittels Kompressionstherapie, bei krampfaderbedingten Ulcera durch
eine operative Ausschaltung der verursachenden Krampfadern, bei arteriellen Durchblutungsstörungen durch eine Verbesserung der arteriellen Durchblutung, gegebenenfalls auch durch operative Maßnahmen.

Venöse Ulcera können meist durch eine ambulante Behandlung zur Abheilung gebracht werden. Bei sehr ausgedehnten und extrem schlecht
heilenden Ulcerationen ist gegebenenfalls eine Therapie im Rahmen eines stationären Aufenthaltes erforderlich. Zur Anwendung kommt dabei
unter Umständen eine Maden-Therapie zwecks Säuberung der Ulcerationen, ein chirurgisches Ulcus-Shaving, eine Vakuum-Versiegelung
(VAC-Therapie) und nach guter Vorbereitung des Ulcusgrundes eine abschließende Übertragung von Haut (Mesgraft-Transplantation).