Enddarm:

Pilonidalsinus

Der Pilonidalsinus ist eine Erkrankung in der Steißbeinregion, bei der Haare in die Haut einwachsen, sich entzünden und dadurch eine Fistelbildung entstehen kann. Die Erkrankung gibt es als akuten Abszess oder als chronische Entzündung mit Fistelbildung. Bei vielen Patienten wird sie als hochschmerzhafte, eitrige Entzündung im Bereich der oberen Analrinne entdeckt. Deshalb findet man Steißbeinfisteln verstärkt bei Menschen mit starker (dunkelhaariger) Behaarung. Übergewicht, starkes Schwitzen sowie eine sitzende Tätigkeit (Reibung) begünstigen die Entstehung des Pilonidalsinus. Die Erkrankung trifft vornehmlich in der Pubertät und bei genetischer Vorbelastung auf. Männer sind doppelt so häufig betroffen wie Frauen.

Der Sinus pilonidalis (pilus: haar, nidus: nest) ist eine akute oder chronisch verlaufende Entzündung im Unterhautfettgewebe, die überwiegend im Bereich oberhalb der Steißbeinregion zu finden ist. Die Erkrankung hat nichts mit dem Steißbein zu tun, lediglich die Fistel liegen über dem Knochen.

In der Therapie arbeiten wir mit der gängigen, traditionellen Operationsmethode: Dabei wird der gesamte Fistelbereich ausgeschnitten und anschließend die offene Wunde behandelt. Das offene Ausheilen der Wunde kann bis 3 Monate dauern. In bestimmten Fällen können wir die Wundfläche verringern und damit die Wundheilung verkürzen, in dem wir in der akuten Phase den Eiter über einen Stich punktieren. Anschließend injektieren wir hochprozentigem Alkohol, damit es dann zur Druckentlastung und Schmerzlinderung kommt. Oftmals wiederholen wir den Prozess nach mehreren Wochen.

Das Ausschneiden von Gewebe können wir vermeiden: die Pit Picking Methode stellt eine besondere Form der offenen Wundbehandlung bei Sinus Pilonidalis dar. Dabei werden lediglich die Pits (wo sich die Haare in die Haut einbohren) sparsam ausgestanzt und die Gänge von den Haaren befreit. Heilen die Pits ab, so verklebt die ehemalige entzündete Höhle unter der Haut und heilt aus. Jedoch ist diese Methode auf kleine Pits und erstmalig auftretende Fistelporen begrenzt.

In Kombination mit der Lasertherapie können wir auch größere Pits und Fistel therapieren. Dabei ergänzt ein spezieller Laser die Pits Picking Methode, der mit besonderen Fasern (SiLaC Faser) den Untergrund reinigt. Dieser Laser strahlt radial einen Ring um die Faserspitze aus. Durch die homogene Bestrahlung wird gleichmäßig das umliegende Gewebe (Pits, Haare, Epistel, Granulationsgewebe) in einer definierten Tiefe von 2mm zerstört, wodurch der Mistelgang kollabiert. Zusätzlich können wir damit die Pits versiegeln.