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Enddarmerkankungen


Hämorrhoiden

Hämorrhoiden nennt man krankhaft vergrößerte Schwellpolster. Sie sitzen am unteren Ende des Mastdarms im Übergangsbereich zum Afterkanal. Jeder Mensch auch der Säugling hat Hämorrhoiden. Beschwerden treten auf wenn sie krankheitsbedingt vergößert sind. Typische Beschwerden im Sinne eines Hämorrhoidalleidens sind Afterjucken, Blutungen, Entzündungen oder Stuhlverschmutzung in der Wäsche.
In den meisten Fällen lassen sich die vergrößerten Hämorrhoiden durch mehrmalige Verödung (Sklerosierung) rückbilden. Größere Knoten können mit latexfreien Gummiringen abgebunden werden. In unserem eigenen Krankengut müssen nur 3-5% der Patienten operiert werden.

Analekzem

Mit die häufigste proktologische Erkrankung, zumeist hervorgerufen durch proktologische Grundkrankheiten (Hämorrhoiden, Marisken, Fisteln, Fissur).
Deshalb ist in vielen Fällen eine Beseitigung der proktologischen Grunderkrankung entscheidend. Unterstützend wirken Sitzbäder, spezifische anale Cremes und Pasten sowie eine adäquate Analhygiene. In Einzelfällen ist eine spezielle Allergietestung notwendig.

Marisken

Sogenannte äußere Hämorrhoiden oder Hautläppchen, immer harmlos, bei starker Größenzunahme Probleme mit der Analhygiene,
nur selten Notwendigkeit zur operativen Abtragung.

Analfissur

Typisch für die Analfissur (Riss in der Afterschleimhaut) ist ein stechender Schmerz bei und nach der Stuhlentleerung, der häufig über eine Stunde anhält.
Die Ursache ist vielfältig; dem Stuhlgang aber auch den Hämorrhoiden scheint eine große Bedeutung zuzukommen. Die akute Analfissur (Afteriss)
lässt sich häufig mit Cremes mit betäubenden und gefäßerweiternden Inhaltsstoffen lindern. Das Risiko besteht darin, dass die Fissur chronisch wird
mit Gefahr der Fistelbildung. Dann ist in der Regel eine Operation notwendig.

Analfistel/-abszess

Analfisteln sind entzündlich veränderte Gangsysteme, die zumeist im Bereich der Kryptenlinie ihren Ausgang nehmen und den inneren und/oder
äußeren Schließmuskel durchbohren, teils blind in der Afterumgebung enden oder in selteneren Fällen eine äußere Fistelöffnung am Afterrand aufweisen.
Hier entleert sich dann häufig aus der äußeren Fistelöffnung blutiges, eitriges Sekret.

Man unterscheidet zwischen verchiedenen Fisteltypen. Die Therapie besteht in der fachgerechten proktologischen Operation. Unbehandelt birgt jede
belassene Analfistel das Risiko der Entstehung eines Analabszesses mit der hieraus resultierenden Gefahr der Zerstörung von Teilen der
Afterschließmuskulatur. Deshalb muss der hochschmerzhafte Analabszess operativ eröffnet und der Eiter entleert werden.

Analthrombose

Anders als bei der Beinvenenthrombose, die eine lebensbedrohliche Erkrankung darstellt, handelt es sich bei der Analthrombose um ein völlig harmloses aber schmerzhaftes Krankheitsbild. Kleine Venen unter der Analhaut reißen ein; es bildet sich ein bis traubengroßes Blutgerinnsel von düster blauroter Farbe.
Häufig ist die umgebende Haut entzündlich verquollen (Analödem). Bettruhe, entzündungshemmende, abschwellende Cremes und Salben helfen in vielen Fällen; insbesondere wenn eine entzündliche Begleitschwellung vorliegt. Ein kleiner Stich in örtlicher Betäubung durch den sich das schmerzhafte Blutgerinnsel herausdrücken lässt, bringt andererseits rasche Linderung.

Analrandkarzinom und Analkarzinom

Insgesamt seltene Tumore der Afterumgebung und der Afterschleimhaut. Die Patienten verspüren einen nässenden, juckenden, zuweilen blutenden
hautfarbenen bis roten Knoten am After. Unbehandelt besteht die Gefahr des Einwachsens der Tumore in die Schließmuskulatur mit Zerstörung
der Schließmuskeln sowie das Risiko der Fernmetastasierung. Die Therapie besteht in vielen Fällen in der proktologischen operativen Abtragung.

Schließmuskelschwäche, Kontinenzproblematik

Liegt eine Störung des Afterverschlusses vor, spricht man von Inkontinenz. Die Patienten klagen über einen unwillkürlichen Windabgang oder ein
Stuhlschmieren beim Husten oder Lachen. Nässen der Afterumgebung, Entzündungen der Afterhaut sowie verschmutzte Wäsche (brauner Streifen)
sind die ersten Anzeichen. Der erfahrene Proktologe kann die zumeist komplizierten Ursachen der Schließmuskelstörung differenziert abklären und
dann beheben oder zumindest lindern.

Pilonidalsinus (Steißbeinfistel)

In vielen Fällen hochschmerzhafte eitrige Entzündung im Bereich der oberen Analrinne. Ursächlich ist das Krankheitsbild zurückzuführen auf das
Hineinwachsen von Haaren in die Haut. Deshalb findet man Steißbeinfisteln verstärkt bei Menschen mit starker (dunkelhaariger) Behaarung.
Übergewicht, starkes Schwitzen und sitzende Tätigkeit (Reibung) begünstigen die Entstehung des Pilonidalsinus. Im akuten Fall hilft hier nur die operative Ausschneidung.

Darmkrebs

Der Darmkrebs ist am häufigsten in den untersten 20cm des Dickdarms lokalisiert. Er entsteht zumeist aus Dickdarmpolypen. Der Proktologe ist geübt
in der Spiegelung des Enddarms und kann daher Vorstufen des Dickdarmkrebs (Polypen) frühzeitig abtragen und damit der Entstehung eines
Dickdarmkrebses effektiv vorbeugen. Bei Verdacht auf eine bereits bestehende bösartige Veränderung wird er durch Probebiopsien die Diagnose
sichern und hiernach weitere diagnostische Maßnahmen sowie die individuell notwendige adäquate Therapie veranlassen.