Enddarm:

Hämorrhoiden

Hämorrhoiden sind arterio-venöse Gefäßpolster, die ringförmig unter der Enddarmschleimhaut liegen. Sie dienen als Schwellkörper dem Feinverschluss des Afters und sitzen am unteren Ende des Mastdarms im Übergangsbereich zum Afterkanal. Jeder Mensch, auch der Säugling, hat Hämorrhoiden. Beschwerden treten auf, wenn sie krankheitsbedingt vergrößert sind. Wenn sie krankhaft vergrößert sind spricht man von Hämorrhoiden und bei Beschwerden von Hämorrhoidalleiden. Typische Beschwerden im Sinne eines Hämorrhoidalleidens sind Afterjucken, Blutungen, Entzündungen oder Stuhlverschmutzung in der Wäsche.

Symptomatische Hämorrhoiden sind in der westlichen Welt eine der häufigsten Erkrankungen. Sie werden in der Gesellschaft jedoch weitgehend tabuisiert. Die Therapie der Hämorrhoiden erfolgt je nach Stadium und Beschwerden.

In den frühen Stadien können wir die vergrößerten Hämorrhoiden in den meisten Fällen durch mehrmalige Verödung (Sklerosierung) rückbilden. Man kann die Hämorrhoiden auch durch Bestrahlung mit Infrarotlicht veröden, was jedoch als wenig erfolgreich gilt. Größere Knoten können wir auch mit latexfreien Gummiringen abbinden. In manchen Fällen empfehlen wir auch eine Kombination der Therapieformen. Bei unseren eigenen Patienten müssen nur 3-5 Prozent operiert werden.

Die operative Therapie gilt als die letzte Option (Beispiel Stadium 3 und 4), wenn sich die Beschwerden mit anderen Behandlungsmethoden nicht lindern lassen. Dabei unterscheiden wir zwischen den konventionell chirurgischen Methoden und der minimal-invasiven Laserhämorrhoidoplastie (LHP) oder die Stapler-Operation nach Longo.

Bei der konventionell chirurgischen Methode – der klassischen Hämmorrhoiden-Operation, entfernen wir das Hämorrhoidengewebe. Je nach Technik vernähen wir die Operationswunde am Enddarm ganz oder teilweise, in einigen Fällen kann sie auch offen verheilen.

Die modernen Methoden wie Laserhämorrhoidoplastie (LHP) oder die Stapler-Operation nach LONGO gelten als schonender als eine klassische Hämorrhoidektomie.

Bei der LHP platzieren wir über einen punktförmigen Einstich eine dünne Lasersonde in dem Hämorrhoidalknoten. Dabei führt die Hitze des Lasers die Hämorrhiden von innen zum Schrumpfen, ohne dabei die sensible Schleimhaut zu verletzen. Zusätzlich können wir die Blutzufuhr oberhalb des Knotens unterbinden, was zu einer besseren Schrumpfung führt. Bei der Stapler-Operation nach LONGO wird mit einem runden Klammernahtgerät eine Schleimhautmanschette samt der krankhaft veränderten Hämorrhoidalknoten aus dem Enddarm ausgestanzt. Diese Methode empfehlen wir bei Stadium 4.